Zertifikate für Ökostrom

Unter Ökostrom versteht man unter anderem Strom welches aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird, wie z.B. Wasser-, Wind- oder Solarenergie. Um sicher zu gehen, dass man tatsächlich Ökostrom erhält, lassen sich Energieversorger mittlerweile zertifizieren. Typisch deutsche Ökostromzertifikate sind hierbei Grüner Strom Label e.V. (Zertifizierung von Ökostrom in Deutschland), öK Power (Vom Energiebereich des Öko-Institut e.V. entwickeltes Label für Grünen Strom, das auch von der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen und dem WWF Deutschland getragen wird), sowie verschiedene Zertifikate vom TÜV-Deutschland, TÜV-Rheinland oder TÜV-Nord.

Beim Grüner Strom Label e.V. sind ca. 120 Energieversorger im Bundesgebiet Deutschland zertifiziert. Dafür müssen jedoch die Kunden für Strom dieser Stromversorger mindestens einen Aufpreis von 1 Cent pro kWh zahlen. Dieser Aufpreis wird für den Neubau von Anlagen zur Produktion von Ökostrom verwendet. Zudem müssen diese Energieversorger mindestens 1.000 MWh Ökostrom liefern können.
Vom Grüner Strom Label e.V. werden z.B. ASEW/evergreen, Naturstrom AG, Naturstrom Rheinland-Pfalz oder die Stadtwerke Münster zertifiziert.

Das öK Power Label wurde 2000 vom Der EnergieVision e.V. etabliert. Dieser Verein verfolgt das Ziel, dass es mehr Transparenz und Nachhaltigkeit im liberalisierten Energiemarkt gefördert wird. Damit klarer wird, wer tatsächlich Ökostrom liefert, zeichnet dieser Verein gezielt Ökostromprodukte mit diesem Zertifikat Anbieter an, die für einen Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und einem effizienten Kraft-Wärme-Kopplung sorgen. Anbieter mit dem öK Power Zertifikat sind z.B. Entega, LichtBlick, MVV Energie, NaturEnergie, NaturPur, Stadtwerke Flensburg oder auch die städtischen Werke Kassel.

Bio-Anbauverbände

Zu den Bio-Anbauverbänden zählen Naturland, Gäa e.V., Ecoland, Ecovin, Demeter, Bioland, Biopark und Biokreis. Diese Anbauverbände unterliegen unterschiedlich strengen Richtlinien. In ihnen ist ein Großteil der deutschen Betriebe organisiert, die ökologisch wirtschaften. Insgesamt sind es weit über 10.000 Betriebe.

Es ist jedoch allen Anbauverbänden gemeinsam, dass ihre Anforderungen die der Öko-EG-Verordnung bei weitem übertreffen. Die Bio-Anbauverbände verpflichten sich z.B., den gesamten Betrieb auf ökologischen Anbau umzustellen. Nach der Öko-EG-Verordnung muss nur ein Teil des Anbaus umgestellt werden. Auch die Regelung für das Tierfutter ist bei den Bio-Anbauverbänden deutlich strenger als es die Öko-EG-Verordnung vorgibt. Das Tierfutter muss bei den Bio-Anbauverbänden überwiegend aus hofeigener Produktion stammen. Ein weiterer Unterschied betrifft die erlaubten Lebensmittelzusatzstoffe: nach Öko-EG-Verordnung sind es 36, die Bio-Anbauverbände erlauben noch weniger. Weitere Unterschiede zwischen Öko-EG-Verordnung und Bio-Anbauverbänden betreffen die zulässige Menge an Düngemitteln sowie Insektenschutz.

Neben den Unterschieden zwischen Öko-EG-Verordnung und Bio-Anbauverbänden gibt es aber auch Unterschiede in den Regeln der einzelnen Bio-Anbauverbände. Zwar orientieren sich alle Verbände an den Richtlinien der IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements), dennoch kann die Auslegung bei einzelnen Verbänden unterschiedlich sein. Das wirkt sich auf die Richtlinien der Verbände aus und hat zur Folge, dass deren Regelwerk z.B. im Hinblick auf Tierhaltung, erlaubte Zahl an Tieren pro Fläche und weitere Punkte unterschiedlich sein kann. Es ist aber festzuhalten, dass alle Bio-Anbauverbände strengen Regeln unterliegen, so dass man beruhigt zu ihren Produkten greifen und sich sicher sein kann: wenn hier Bio draufsteht, ist auch 100% Bio drin.

Wie erkenne ich Bioprodukte?

bio_siegel1.jpgSeit September 2001 existiert ein staatliches Biosiegel in Form eines sechseckigen Zeichens in den Farben Weiß, Grün und Schwarz, das mit dem Schriftzug „BIO“ nach Öko- Verordnung“ gekennzeichnet ist. Dieses Öko-Siegel ist das einzige Siegel, das strafrechtlich unter Schutz steht. Das „Öko“ -Kennzeichnungsgesetz und die „Öko“ Kennzeichen- Verordnung regeln die Gestaltung, die Verwendung und den Erhalt des Siegels. Das Biosiegel kann nur für Erzeugnisse beantragt werden, die laut Verordnung und Vorgaben produziert werden. Ein Missachten der Regeln kann mit einer hohen Geldbuße oder mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden.

Hersteller, die für ihre Produkte das Bio – Siegel erwerben möchten müssen sich verpflichten, auf eine Bestrahlung der Öko- Lebensmitteln zu verzichten, keine gentechnisch veränderten Organismen zu verarbeiten, ohne chemisch- synthetische Pflanzenschutzmittel zu arbeiten und beim Düngen keine leicht löslichen Mineraldünger zu verwenden.

Die Hersteller garantieren eine abwechslungsreiche Fruchtfolge auf ihren Äckern und eine artgerechte Tierhaltung auf ihrem Hof. Die Futtermittel stammen aus ökologischem Anbau und beinhalten weder Antibiotika noch Leistungsförderer. Alle Zutaten der Erzeugnisse müssen mindestens zu 95% aus ökologischem Anbau kommen.

Damit die Qualitätsstandards sichergestellt sind, wird mindestens 1 Mal im Jahr eine Kontrolle durchgeführt. Auch unangemeldete Überprüfungen des Betriebes können vorgenommen werden. Von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung wurde für 24 private Kontrollstellen die Zulassung zur Überprüfungen der Betriebe erteilt.

Kontrolliert wird die landwirtschaftliche Erzeugung, die Verarbeitung, so wie die Verpackung der Ware, die Zutaten und Rohstoffe. Es wird streng darauf geachtet, dass sich Öko-Ware nicht mit Erzeugnissen aus dem konventionellen Anbau mischt. Die Betriebsleitung muss alle Unterlagen offen legen und eine Prüfung des gesamten Betriebes zulassen.

Der Verbraucher kann an Hand der Kontrollnummer auf den Lebensmitteln feststellen aus welchem Land das Produkt kommt und welche Kontrollstelle die Kontrolle durchgeführt hat.

Besser Biokost

Schweinepest, Rinderwahn, Vogelgrippe. Noch dazu genmanipuliertes Obst und Gemüse und das leider immer noch aktuelle Gammelfleisch. Wer sich in der heutigen Zeit gesund ernähren will, muss tiefer in die Tasche greifen, denn Bio- und Öko-Produkte sind erheblich teurer als die Waren vom Discounter.

Was heißt eigentlich Bio?
Bio steht für artgerechte Haltung von Geflügel, für Getreideanbau ohne Gentechnik und der Herstellung der Lebensmittel unter Berücksichtigung des Umweltschutzes. Keine Farbstoffe färben das Fleisch rot und keine Aromastoffe täuschen unseren Gaumen.

Bioprodukte kosten zwar mehr, aber sie bringen viele positive Aspekte mit sich, wie zum Beispiel Tierschutz. Die strengen Kontrollen bei Bioprodukten stellen sicher, dass die die Tiere artgerecht gehalten werden. Bei der Haltung von Schweinen, die aus der ökologischen Landwirtschaft kommen findet keine Massentierhaltung statt. Oft kommen die Tiere aus der Freilandhaltung, wo sie laufen und leben können.

Darüberhinaus stellen Bioprodukte einen hohen Standard an Qualität der Lebensmittel sicher, denn diese Produkte werden oft und kritisch geprüft.Nur wo Bio drin ist, kommt auch Bio drauf!Durch die scharfen Kontrollen wird sichergestellt, dass nicht-bio-Unternehmen nicht die schnelle Mark mit dem Öko-Boom machen können.

Der Kunde zahlt zwar einen höheren Preis, aber er bekommt dafür auch etwas. Qualität statt Quantität!Obendrein gibt der Kauf eines Bio-Produktes dem Verbraucher auch ein gutes Gefühl, für sich und der Umwelt gegenüber.Es kommt auf den Verbraucher an, welchen Weg er geht und welchen Weg er gehen kann.